Friedensbüro Hannover
Gedenken an Deserteure vor der Emmich-Cambrai-Kaserne - 15. 5. 2012 PDF 
Geschrieben von: Brunhild Müller-Reiß   
Donnerstag, den 17. Mai 2012 um 10:31 Uhr

Gedenkveranstaltung für die auf dem Gelände der Emmich-Cambrai-Kaserne hingerichteten Deserteure am 15. Mai 2012, 17.00 Uhr (Tag der Kriegsdienstverweigerung)

30 Teilnehmer gedachten heute vor dem Haupttor der Emmich-Cambrai-Kaserne der auf dem Schießplatz der Kaserne hingerichteten Deserteure des letzten Weltkrieges. Die Gedenkveranstaltung umfasste einen Text von Tucholsky, das Verlesen der bisher bekannten Namen der dort erschossenen Deserteure und Auszüge aus Lebensberichten und Briefen eines Deserteurs kurz vor seiner Hinrichtung. Mit dem Niederlegen von Blumen und dem Hinterlassen einer Erinnerungstafel endete die Gedenkveranstaltung. Wir meinen, mit dieser Gedenkveranstaltung und der vorherigen Öffentlichkeitsarbeit den Deserteuren ein würdiges Andenken bereitet zu haben.
In einleitenden Worten wurde aber auch deutlich, dass das Gedenken einen ‚politischen Charakter‘ hatte, wie der Kommandeur der Kaserne richtig vermutete und damit u. a. das Verbot der Veranstaltung auf dem Kasernengelände begründete.
Es ging den VeranstalterInnen darum, mit dem Gedenken die Botschaft weiterzutragen, dass es für eine Welt zu kämpfen gilt, in der niemand mehr wegen des Verweigerns des Kriegsdienstes sterben muss. Die Kaserne mit ihrer militaristischen Tradition und der Ausbildung von Feldjägern für Aufstandsniederschlagung in aller Welt ist für uns nicht nur ein ‚historischer Ort‘, sondern auch Teil des gegenwärtigen Militarismus: gegen Kriege in aller Welt! Gegen die deutsche Beteiligung an vielen dieser Kriege!


 
Deserteursgedenken - Emmich-Cambrai-Kaserne - 15. 5. 2012 PDF 
Geschrieben von: Brunhild Müller-Reiß   
Dienstag, den 15. Mai 2012 um 14:25 Uhr

Gedenkkundgebung vor der Emmich-Cambrai-Kaserne

Ø Wir stehen hier, um der Deserteure, die auf dem Schießplatz der Emmich-Cambrai-Kaserne im 2. Weltkrieg erschossen worden sind, zu gedenken. Sie wurden hingerichtet, weil sie sich dem Zwang zu töten oder getötet zu werden, widersetzten. Wir tun dies am ‚Internationalen Tag der Kriegsdienstvverweigerung‘, weil Desertion, Verweigerung ein zentraler Teil der Beendigung von Kriegen in aller Welt ist.

Ø Unsere Aktion sollte eigentlich auf dem Gebiet der Kaserne stattfinden, weil wir wollten, dass den Deserteuren dort gedacht werden sollte, wo sie hingerichtet wurden. Wir wissen, dass ein Gedenken an Orten des Verbrechens, diese besonders eindringlich und nachhaltig ‚vor Augen führt‘.

Ø Wir wollten aber auch verdeutlichen, dass die Emmich-Cambrai-Kaserne ein Ort ist, an dem kriegerische Traditionen fortgesetzt werden. Die Feldjäger, die hier ausgebildet werden, sollen zur Aufstandsbekämpfung in aller Welt eingesetzt werden. Diese militärische Tradition wollen wir angreifen.

Ø Vertreter der Stadt Hannover, allen voran OB Weil, haben bei der Eröffnung der Feldjägerschule gesagt: die Soldaten sollten sich wohlfühlen, sie sollten sich ‚breitmachen‘ in unserer Stadt.

Ø Nein, wir wollen nicht, dass Soldaten der deutschen Armee, die derzeit wieder weltweit Krieg führt, sich in unserer Stadt wohlfühlen. Nicht in unserem Namen! Nicht in unserem Namen wird unter Beteiligung Deutschlands Krieg überall in der Welt geführt. Nicht in unserem Namen werden hier Feldjäger ausgebildet. Nicht in unserem Namen wird das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision am HCC gefeiert.

Ø Die Deserteure, die hier hingerichtet wurden, sind für uns eine Mahnung, gegen kriegerische Traditionen aufzustehen und sie zu bekämpfen.

Ø Wenn im Brief des Kasernenkommandeurs die Ablehnung unseres Antrags, die Mahnveranstaltung auf dem Gelände der Emmich-Cambrai-Kaserne durchführen zu können, damit begründet wird, die Bundeswehr gedenke „stets aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“ zu gedenken, dann muss zum einen gesagt werden, dass die Bundeswehr neue Opfer schafft und dieses Gedenken damit heuchlerisch ist.

Ø In dieser Art des Universalismus war die Bundeswehr schon immer gut: so werden Täter zu Opfern und die wahren Kriegsziele verschleiert.

Ø Wir gedenken der Deserteure, die gezeigt haben, dass sie nicht ‚Opfer‘ und nicht ‚Täter‘ sein wollten. Sie haben ihre Haltung mit dem Tode bezahlt.

Ø Dies ist ein hoher Preis. Wir als AntimilitaristInnen und nKriegsgegnerInnen wollen mit unserem Gedenken zeigen und dafür kämpfen, dass durch die Beendigung von Kriegen dieser Preis nicht mehr ‚gezahlt‘ werden muss. Wir wollen, dass die Ermordung zahlloser Menschen durch kriegerische Einsätze ein Ende findet.

Krieg ist kein Mittel der Politik!

Ø Deshalb erklären wir uns auch solidarisch mit allen Menschen, die gegenwärtig als Deserteure ihren Kriegseinsatz verweigern.


 
Gedenken an Deserteure am 15. Mai – für eine offene Erinnerungskultur PDF 
Geschrieben von: Ralf Buchterkirchen   
Sonntag, den 13. Mai 2012 um 16:59 Uhr

Herr Katz hat nun doch ein Haar in der Suppe gefunden: Nachdem er nicht mehr widersprechen kann, dass Deserteure im Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände der Emmich-Cambrai-Kaserne erschossen worden waren, weist er die Nachfrage nach einem Gedenken nun mit Hinweis auf das „politische" Datum zurück.

Ein Gedenken an Deserteure des Zweiten Weltkriegs am 15. Mai, dem „Internationalem Tag des Kriegsdienstverweigerers", ist tatsächlich in einem Sinne politisch, dass wir derjenigen Menschen auf dem Gelände der Emmich-Cambrai-Kaserne gedenken wollen, die sich aus ganz individuellen Motiven der militärische Logik der Wehrmacht widersetzten. Nachdem im Jahr 2009 vom Bundestag auch die letzten von der Militärjustiz Verurteilten rehabilitiert wurden, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass den Opfern der NS-Militärjustiz nun auch in dem Sinne Gerechtigkeit widerfährt, dass ihrer gedacht werden darf. Das muss gerade an dem Ort möglich sein, an dem sie hingerichtet wurden.


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Bundeswehr verschleppt Entscheidung. Friedensinitiativen wollen den in Hannover hingerichteten Deserteuren des Zweiten Weltkriegs am Ort der Hinrichtung würdig gedenken. PDF 
Geschrieben von: Ralf Buchterkirchen   
Sonntag, den 06. Mai 2012 um 19:36 Uhr

Anfang März wandten sich der Verein Friedensbüro Hannover e.V. und die Initiative für ein Deserteursdenkmal in Hannover gemeinsam an die Feldjägerschule der Bundeswehr. Ziel der Anfrage war es, am 15. Mai 2012, dem Internationalen Tag des Kriegsdienstverweigerers, auf dem Gelände der Emmich-Cambrai Kaserne würdevoll denjenigen zu gedenken, die dort als Deserteure oder Wehrkraftzersetzer durch die NS-Militärjustiz hingerichtet wurden. Unser Interesse ist es, denjenigen angemessen zu gedenken, die sich der Nazi-Diktatur und ihrem Angriffskrieg verweigerten und widersetzten.

Wie inzwischen nachgewiesen, wurden auf dem Gelände, auf dem sich heute die Feldjägerschule der Bundeswehr befindet während der Nazi-Diktatur Menschen standrechtlich erschossen. Sie wurden von der NS-Militärjustiz wegen „Fahnenflucht“ oder „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt. Für 15 Soldaten der Wehrmacht ist dies belegt (Buchterkirchen, 2011), aktuelle Schätzungen gehen von bis zu 43 Soldaten aus (Trolp, 2010).

Auf die Anfrage wird jedoch von Seiten der Bundeswehr mit Verzögerung reagiert – womöglich um den 15. Mai ohne Entscheidung verstreichen zu lassen. Der Kasernenkommandant antwortete auf die Anfrage der beiden Friedensgruppen, dass er nicht zuständig sei, da das Anliegen vermeintlich „prinzipielle Bedeutung“ habe. Das Bundesministerium für Verteidigung solle entscheiden. Ein weiteres Erläuterungsschreiben der Friedensgruppen, in dem dargelegt wurde, dass die „prinzipielle Bedeutung“ durch den Bundestag geklärt ist (der Deutsche Bundestag hat mit Beschlüssen vom 28.05.1998, 17.05.2002 und 08.09.2008 alle Opfer der NS-Militärjustiz rehabilitiert und damit auch das Unrecht anerkannt; die Hinrichtungen sind wissenschaftlich belegt) und die rechtliche Grundlage damit klar ist, wurde vom Kasernenkommandanten nicht berücksichtigt.

Wir sind empört über diese Verzögerungstaktik, die offensichtlich verhindern soll, dass den Deserteuren des Zweiten Weltkriegs, die auf dem Gelände der Emmich-Cambrai Kaserne hingerichtet wurden, würdig gedacht werden kann! Wir werden am 15. Mai um 17.00 Uhr zur Emmich-Cambrai-Kaserne gehen um auf dem Gelände den wegen Desertion, Wehrkraftzersetzung und Kriegsverrat hingerichteten Menschen würde- und respektvoll zu gedenken. Wir fordern die Standortleitung der Kaserne und die Bundeswehr auf, uns dafür Zutritt zu gewähren.


 
"Ein voller Erfolg der Luftwaffe" Ausstellung zur Vernichtung Gernicas in den Ver.di-Räumen-Rotation PDF 
Geschrieben von: Brunhild Müller-Reiß   
Donnerstag, den 03. Mai 2012 um 14:32 Uhr

Die Ausstellung zur Vernichtung von Gernika:)
A U S T E L L U N G: „..ein voller Erfolg der Luftwaffe“ – die Vernichtung von Guernica/Gernika am 26.April 1937
Geschichte und Gegenwart eines deutschen Kriegsverbrechens
Tafeln_Titel_BildschirmMini2Am 26.April 2012 jährt sich zum 75.mal die Vernichtung der baskischen Stadt Gernika/Guernica durch deutsche Kampfflieger der Legion Condor während des Spanischen Bürgerkrieges. Diese Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung einer unverteidigten Stadt löste weltweit Entsetzen aus.
Pablo Picasso malte unter dem Eindruck der Vernichtung sein wohl bekanntestes Bild, nannte es einfach „Guernica“ und machte diesen Namen bis heute zum Synonym für faschistischen Terror und die Schrecken des Luftkrieges.
Ein Teil der Täter, die in Spanien Francos Militärputsch gegen die gewählte republikanische Regierung unterstütz
ten, waren auf den Fliegerhorsten Langenhagen, Wunstorf und Delmenhorst ausgebildet worden.
Aus Anlass des Jahrestages der Bombardierung, der in Deutschland kaum bekannt ist, wurde eine Ausstellung erarbeitet, in der es nicht nur um die Rekonstruktion eines Verbrechens geht, sondern auch um die lange Geschichte seiner Vertuschung und um deutsche Geschichtspolitik.
Eine Ausstellung des Arbeitskreises Regionalgeschichte,
gefördert durch die Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e.V.
2.Mai – 20.Juli 2012
ver.di Höfe, Veranstaltungszentrum Rotation
Goseriede 10, 30159 Hannover
Öffnungszeiten: Mo. – Do.: 9 – 16 Uhr und Fr.: 9 – 13 Uhr

 
Gedenken in Gernika PDF 
Geschrieben von: Ralf Buchterkirchen   
Sonntag, den 29. April 2012 um 14:35 Uhr
P4230048

Am 26.04.1937, vor 75 Jahren bombardierten deutsche und italienische Bomber unter deutschen Oberkommando - unterstellt Franco - das kulturelle Zentrum des Baskenlandes - Gernika (span.: Guernica) und machten es dem Erdboden gleich. Bis heute weigert sich der spanische Staat dies als Unrecht anzuerkennen. Bis heute foltern spanische Polizisten Basken unter "Terrorverdacht". In Wunstorf bei Hannover wurden die Bomberpiloten stationiert und ausgebildet. Illegal und unter Umgehung der Versailler Verträge. SchülerInnen  FriedensaktivistInnen aus dem Umland Hannovers erlebten die Gedenkveranstaltungen mit und erhielten Einblick in soziale und gesellschaftliche Konflikte der baskischen Region in Europa. Ein ausführlicher Bericht wird folgen.


 
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